Wie man lebt

Irgendwie stoße ich in letzter Zeit auf soviele Empfehlungen wie man das Leben zu leben hätte.
Wie man die eigenen Kinder großzieht, wie man sie füttern sollte, welche Gespräche man führen müsse, etc.. um aus Ihnen glückliche Menschen machen.
Alle mit der Intension dahinter, dass wir doch alle wollen dass unsere Kinder glücklich sind, das wir glücklich sind.
Alles in Allem doch eine wirklich nette Geste. Nicht wahr?

Es stößt mir auf. Wirklich. In all diesen ‚Ratgebern‘ steht meist ganz empfehlenswert darin, dass man irgendwie auch auf sich hören sollte. Wieso gibt es dann soviele Dinge die man mit Kindern getan haben müssen, geredet haben müsse oder erlebt haben müsse? Wieso gibt es so viele empfehlungen wie man glücklich wird…mit sich selbst, mit dem Job & in der Partnerschaft?

Man fängt die Leute damit, dass sie das lesen sollten um abzuklären ob sie richtige Elternschaft betreiben. Ob sie das richtige Leben betreiben.
Aber ist nicht jeder seines Glückes selbst Schmied?
Man kann nicht das Rezept xy hernehmen, es auf alle Kinder und Leben münzen und erwarten es funktioniert.

Wisst ihr was ich viel besser finden würde.
Wenn in all den ‚gutgemeinten‘ Vorschlägen ein einziger Satz stehen würde:

Hört auf eure Intuition.

liebt eure Kinder. Schaut nicht auf eure Nachbarn, Freunde, Verwandte wie sie es machen sondern liebt sie einfach. Lebt euch selbst. Lebt und liebt das Leben.

Wieso gibt es soviele Menschen die verunsichert sind sobald etwas nicht nach vorgelebten Schnürchen läuft?
(Das btw erst Hashtags ins Leben gerufen werden müssen wie bei Instagram bezüglich #mehrrealität – Erkennt ihr was falsch läuft?)
Weil wir alle das Schema F bedienen wollen. Im Rudel mithalten. Menschen sind Rudeltiere. Machen wir uns nichts vor. Niemand will aus der Norm fallen. War auch logisch, damals, vor Jahrhunderten von Jahren. Damit uns nicht der Säbelzahntiger zum Abendessen verspeisen würde.
Aber jetzt, sind wir soweit domesitiziert dass wir selbst entscheiden können, wir leben in kleinen Clans – genannt Familie – und müssen gar nichts. Gar nichts müssen wir, außer auf unser Herz hören.
Niemand kennt unser Leben so gut wie wir, niemand kennt unsere Kinder so gut wie wir.
Also warum hören wir nicht auf das Ergebnis dessen, dass wir tagtäglich erleben. Die Erfahrung. Das Kennenlernen unserer Familienmitglieder und wir selbst. Wir selbst sind uns seit Jahren 24/7 der und die Nächste.
Und dann lesen wir etwas und huldigen diesen jemand weil….ja weil die breite Masse es für wundervolltastisch hält.

Und es hört nicht dabei auf, dass diese Empfehlungen zur Kindererziehung alles wären. Es gibt Impfdiskussionen und diesen Zwang zum pro oder kontra impfen, es gibt hippe Leute die sich stylisch anziehen und dich dastehen lassen wie der letzte Bauer.
Es gibt die Leute die mit ihrem ‚healthy Livestyle‘ dich beim Schnitzel essen ersticken lassen.

Wisst ihr, ich esse gerne Schnitzel. Aber nicht jeden Tag. Ich sehe auch manchmal stylisch aus, aber nicht jeden Tag.
Weil ich ich bin. Ich fühle mich so wohl. Wenn Leute den healthy Livestyle leben, aus vollster Überzeugung, völliger Inbrunst – dann finde ich es Klasse. Wundervoll.

Klingt das jetzt nach gespaltener Persönlichkeit?

Nein!!
Es gibt einen Unterschied. Es gibt einen wesentlichen Unterschied dazwischen etwas zu tun aus eigener Überzeugung. Davon, dass es von innen heraus genau das ist was man will. Und dabei soll es jeden anderen egal sein und vor allem mir, ob das nun in irgendein Schema F passt oder nicht.
Aber es gibt so viele Leute die tun weil….sie gelesen haben jemand tut es weil dieser jemand gewisse anzahl an Followern hat. Oder weil die Schwester von der Freundin meinte das ist suuper. Oder weil der Konsens der Leute besagt dass das und das schlecht ist.
Manipulation ohne dass wir es wirklich identifizieren können. Wir lassen uns leiten, steigen ein, wollen im Rudel sein. Rudeltier Mensch eben. Und vergessen etwas:
Dass die innere Stimme zu allem eben doch eine Meinung hat. Dass es vielleicht auch okay ist, wenn man es anders macht als alle besten Freundinnen im Umfeld.
Weil es einem selbst gut tut.

Und wenn jemand sich daran anstößt dann seit nicht ihr das Problem, sondern dieser Mensch der sowieso aus den falschen Gründen da war.

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Idle-Talk-Tuesday

Ich werde nun den Idle-Talk-Tuesday einführen. Weil es Dinge gibt die einfach Spaß machen. Da wären diverses unnützes Wissen womit ich meine Genialität (Haha! 😉 ) unterbreche und diesen Blog etwas Leichtsinn schenke. Er hat es verdient.
Und ich wollte mich in meinen Blog ja auch wiederspiegeln. Deshalb gehört dieser Idle-Talk-Tuesday absofort einfach UN-BE-DINGT hierher.

Also lieber Idle-Talk-Tuesday: Herzlich willkommen!! Schön dass du hierher gefunden hast. Und am besten starten wir mit einer Lieblingsbeschäftigung: Unnütze Fragebogen ausfüllen.

Idle-talk-tuesday

1: Welches Wort benutzt du am häufigsten?
2: Mit welche drei Personen würdest du gerne mal in einem Whirlpool sitzen?
3: Was tust du, wenn du im Bus/ in der Bahn sitzt?
4: Was hast du als letztes gegessen?
5: Wovor hast du Angst?
6: Was ist das merkwürdigste Wort, das du jemals gehört und/oder benutzt hast?
7: Welches Lied hast du zuletzt angehört?
8: Was ist deiner Meinung nach „romantisch“ und was geht garnicht?
9: Was findest du so richtig ekelhaft?
10: Welche Bücher möchtest du unbedingt mal lesen?

add 1.) Wahrscheinlich benütze ich das Wort ‚Wahrscheinlich‘ & „wohl“ sehr oft. Ich bin mir nicht sicher, es wäre wohl günstig meinen Blog als Fremder zu lesen, dann würden mir die Wortwiederholungen wohl eher entgegenspringen
add 2.) Mit Siegmund Freud für die tiefsinnigen Gespräche, ein Male-Model für das Auge (da gibts ja genug hübsche Männer – außer die mit extremen Vollbart, die sind leider nicht so mein Typ) und Martina Hill für die Unterhaltung. Sie ist so herrlich lustig und ironisch. Ich liebe sie!
add 3.) Ich wohne am Land. Sowas ist hier eine Seltenheit weil die Verbindungen einfach derart schlecht sind….aber früher zur Schule war ich die, die am Fenster saß und rausstarrte oder einfach auch mal einschlief.
add 4.) Meine selbstgemachten Schoko-Mürbteigkekse und dazu einen Vanille-Latte.
add 5.) Spinnen! Grausige Viecher. Ganz schlimm. Sie sind überall. Überhaupt jetzt, wo es draußen kalt wird.
Tiefsinnigere Ängste: Davor dass niemand wirklich abschätzen kann wie es momentan mit der gegenwärtigen, versagenden Politik weiter geht.
add 6.) Nominalisierte Nummeralien. Ein unglaublich beeindruckendes Wort/Wörter.
add 7.) Daryl Hall & John Oates – You make my Dreams ….ich werde alt. Ich liebe dieses Lied!
add 8.) romantisch sind Dinge die niemand erwartet oder einforderd sondern davon zeugen dass sich jemand Gedanken über jemanden gemacht hat. Fernab der ‚gehört-sich-so‘ Ecke.
Was geht gar nicht: Dieser 0815-Kitsch mit Rosen streuen und für den anderen Lieder mit schräger Stimme singen. Kitschige Gedichte aus dem Internet suchen. Keine eigenen Wörter finden und unfähig sein den anderen wertzuschätzen.
add 9.) Auf den Holzstiel eines Eis rumkauen oder abschlecken.
add 10.) Auf meiner Weihnachts-Wunschliste prangert ein ganz besonderes Buch dass ich unbedingt lesen will: Naked Human von Christopher Poindexter. Seine Zeilen faszinieren mich immer wieder aufs neue.

Ich verspreche euch, hier wird nicht nur unnützes Wissen in Zukunft den Blog füllen! Versprochen!
Ich bin gerade dabei meine Genialität (Haha! 😉 ) in eine ganz bestimmte Richtung zu lenken: Nämlich den selbstgemachten und selbstbefüllten Adventkalender für Kinder von 1 – 3.

Bis dahin müsst ihr aber noch etwas warten. Dauert aber (hoffentlich) nicht mehr allzu lange!

Dinge die Kinder hören sollten

Manchmal ertappe ich mich selbst, dass ich gutgemeinte, leere Floskeln meiner Tochter serviere.

Zum Beispiel:
Hummelprinzessin zeigt mir ein Bild.
Sie erklärt: Ein Männchen mit Frisur, Händen und Beinen.
Ich antworte mit: Wow, sieht toll aus

Dieses Lob war wirklich so gemeint, aber es kommt leider viel zu ‚breitgefächert‘ an. Sprich: Das Lob ist für sie nichtssagend. Mein Lob wird mit jedem mal nichtssagender da es sehr allgemein gehalten wird.

Es stört mich selbst und ich versuche mich dann selbst bei der Nase zu nehmen, das Lob so zu formulieren, damit meine 3-Jährige auch etwas damit anzufangen weiß.

Zum Beispiel:
Hummelprinzessinzeigt mir ein Bild.
Sie erklärt: Ein Männchen mit Frisur, Händen und Beinen.
Ich antworte mit: Wow, die Frisur die du gemalt hast, ist dir gut gelungen. Und die Frau/Mann auf dem Bild hat sogar Hände und Füße. Das hast du toll gezeichnet.

Viel konkreter. Sie weiß, dass ich mir Zeit genommen haben es mir anzusehen und ist eventuell darin gestärkt die Details im nächsten Bild genauso viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Und es gibt noch viel mehr Dinge, denen man sich im Laufe der Erziehung immer wieder ins Gedächnis rufen sollte. Da sie viel zu selten ausgesprochen werden, auch wenn man sie vielleicht denkt und eigentlich genau so meint.

Dinge die Kinder hören sollten

2 h Flugmodus

Gestern bemerkte ich wie wichtig es ist, sich manchmal im Flugmodus zu befinden. Also nicht nur, das Handy in diesen zu stellen, sondern selbst auch in diesen zu sein. Zeit für sich haben.

Gestern war ein etwas schwieriger Tag. Weil es Dinge aufgewühlt hat. Dieses omnipräsente Thema der Fehlgeburten ist so ein leidiges Thema. Ich will einfach nicht mehr darüber nachdenken müssen bzw. so viel Platz einräumen. Denn ich weiß, dass sie eigentlich ‚zuviel‘ Platz haben.

Versteht mich nicht falsch. Meine Kinder haben ihr Recht auf ihren Platz, auch die Fehlgeburten. Jedes Kind darf Platz einnehmen. Denn ihr Platz war reserviert ab den Zeitpunkt an dem ich erfuhr dass ich schwanger war. Was auch immer sie aufgehalten hatte, ihr Platz bleibt.

Aber es ist so allgegenwärtig. Beinflussend meiner Gemütslage. Dieses ständige nachdenken, vermissen, sehnsüchtig hoffen und im selben Moment nichts von diesem Thema hören wollend.
Gestern habe ich erfahren, dass jemand, mit dem ich viel zu tun habe, wieder schwanger ist.
Etwas schönes. Ich freute mich. Aber da blieb dieses doofe Bauchgefühl. Zuerst dachte ich, es ist Neid. Aber als ich genauer hin’hörte‘ war es nicht das. Sondern die Tatsache, dass mich diese Info wieder ins straucheln brachte. Dass ich es leid bin, ständig von solchen Aussagen meiner Mitmenschen getroffen zu werden und im schlimmsten Fall für kurze Zeit wieder am Boden bin.
So wie gestern. Ich war frustriert und resigniert und verzweifelt. Ich will nicht ständig mich wieder aufrappeln nur damit ich nach genau dieser inzwischen hart gewordenen Arbeit wieder angerempelt werde.

Dieser Impuls am liebsten einfach liegen zu bleiben und dort mal ein klein wenig vor mich hinsiechen. Das funktioniert nicht. Ich werde gebraucht. Ich kann mir diesen Luxus nicht rausnehmen. Weswegen ein 2 h Spatziergang reichen muss, um meine Gedanken zu begradigen.

In diesen 2 h ging ich einfach wohin mich meine Füße trugen. Und sie trugen mich verdammt weit. Ich weiß nicht wieviele km es waren. Ich hab mein Handy auf Flugmodus gestellt. Ich wollte erstmal nichts von der Welt da draußen, die so umfangreich und so allzeit präsent ist nichts mehr hören.
Und irgendwie stellte sich dieser Modus auch beim einen Schritt auf den anderen setzen ein.
Ich merkte wie meine Füße einfach gingen. Ganz selbstständig, alleine. Ohne mein aktives zutun. Sie gingen, ohne Ziel. Und mein Kopf war auch nicht ganz hier. Ich weiß nicht ob es Trance war oder die Dämmerung die mich einlullte.
Ich habe aufgehört nachzudenken, nachdem ich zuviel gedacht habe und ging einfach.
Und es tat so gut. Mein Tempo, niemand kam mir in dieser Zeit entgegen. Es war wie ein Wink des Schicksals, dass auch, wenn es mich wieder angerempelt hatte, es mir die Zeit gab. Fernab von Begegnungen die mich rausreissen würden.

kleines Blatt
Ihr, die hier ab und an reinlesen, sind wahrscheinlich das Thema so leid wie ich. Nach der ersten Fehlgeburt dachte ich auch, es ist jetzt nicht schlimm. Nach der zweiten, merkte ich, dass es schwieriger wurde und mit der dritten fällt es mir sehr schwer abzuschließen.
Es ist ausgelutscht und mir kommt vor ich muss trotzdem ständig alles durchkauen. Gedanklich.
Weil das Leben für jeden anderen weiter geht, auch für mich, und ich nun lernen muss damit umzugehen. Und es ist wirklich kein leichtes.

Ich hatte immer ‚Angst‘ vor diesen Tag wo ich erfahre dass jemand in meiner näheren Umgebung wieder schwanger wird. Ganz selbstverständlich auch bleibt. Ich habe halt einfach 3x den schwarzen Peter gezogen. Zonk.
Aber ich bin dankbar dass ich bei so vielen anderen Sachen diesen eben nicht gezogen habe. Ich möchte nicht meckern. Aber es bleibt ein klein wenig Wut auf mich und auf die offensichtliche Unfähigkeit meines Körpers. Denn ich weiß ja dass er es kann. Ich frage mich nur, warum in den meisten Fällen eben nicht?!
Und nun ist dieser Tag gewesen. Er war aufwühlend, zermürbend und hat viele Nerven, Gedanken und Gefühle gekostet.

Der nächste Tag, auf den ich ängstlich hinsehe, ist, wenn ich sehe wie ihr Bauch wächst. Wenn ich das Neugeborene sehe. Das ich keine 1,5 Monate vor ihr gehabt hätte. Und der EGT, der auf das andere Sternenkind fällt. Haarscharf. Auf den EGT und das Monat dass ich mir immer schon gewunschen hatte. Ich war so Glücklich. Fast direkt nach meinem Geburstag.

Und nun darf ich das als passiver Zuschauer erleben. Und es fällt mir wirklich nicht leicht. So sehr ich jemand anderer wäre, ich stecke in meiner Haut. In meinen Gefühlen und kann nichts tun außer das Beste aus mir rausholen, immer wieder Verständnis dafür haben und hoffen dass jemand anderer es auch hat. Aber die Gesellschaft hat eben keinen Platz für Frauen die länger als 2 Tage über Frühaborte – keine Kinder – trauern. Also werde ich ignoriert, gemieden bzw. das Thema gemieden und wir tun einfach alle so weiter als wäre nichts.
PERFEKT!
Gute Idee!
Ich mache mit, wenn ich könnte….

Erbarmungslose Kleinkinder

Hummelprinzessin wird gerade in den Kindergarten eingewöhnt.

Oh, ihr wisst gar nicht wie lange ich mit mir gerungen habe. Denn sie müsste nicht. Ich bin zuhause bei ihrem Bruder. Sie muss nicht fremdbetreut werden. Ich war nie ein großer Fan davon. Wisst ihr wieso?
Weil ich eine Glucke bin. Ich stehe dazu. Meine Kinderchen bei mir zu haben, lässt mich entspannen. Aber nur wenn sie schlafen und/oder gut gelaunt sind.

Die letzten Trotzanfälle haben mich aber schnell davon überzeugt, ich könnte es doch mal versuchen. Sie wollte unbedingt. Wir leben in einem Land wo der Kindergarten praktisch ‚kostenlos‘ ist (Danke!) & der Kontakt mit Gleichaltrigen und vielleicht mal wieder in Ruhe spielen, ohne ihren 1-Jährigen Bruder (fast) immer dabei zu haben, war für sie vielleicht auch eine willkommene Abwechslung.
So ist es nun mal. Geschwister leben meistens im selben Haus, teilen die selben Spielzeuge. Sind nervig und im selben moment ist man froh sie zu haben. Ich kenne das. Ich hab das schon durch 😉

Also habe ich, nachdem ich mein schlechtes Gewissen diesbezüglich dennoch noch nicht ganz abgeworfen habe, mitgespielt. Sie angemeldet. Mich 3 h in den Elternabend gesetzt und mich gefragt ob das nun echt immer solche monströsen Elternabende werden. Und sind am Montag das erste mal herzlich eingeladen worden zur Eingewöhnung.
Kindergarten
Gestern sah sie sich alles an. War eher stumm. Fand bereits Freunde. Denn genau das war mein größtes Bedenken: Eingespielte Freundschaften und Neuankömmlinge könnten manchmal ins Auge gehen.
Eigentlich wollten wir nur 1,5 – 2 h bleiben. Geblieben sind wir dann 3 h.
Fix und Fertig saß ich sie ins Auto und sie schlief erstmal als wir zuhause ankamen. Ohne Mittagessen. Sie war erledigt. So viele Eindrücke.

Heute ging es wieder los. Wir wurden wieder freudig empfangen. Saßen im Morgenkreis. Sie aß ihre Jause, ging Turnen – so als würde sie das schon seit mindestens 1 Jahr machen.
Die Kindergartenpädagogin war positiv überrascht. Und ich auch.
Noch während ich sie verliebt betrachtete, wie stolz ich auf mein Mädchen bin, kam sie auf mich zu.
“ Mama, kannst du bitte gehen?“
Ich fragte nach, das konnte ich unmöglich richtig verstanden haben.
“ Mama, kannst du bitte gehen? Ich will alleine sein.“
Erstmal geschluckt. Und dann gelacht.
Nach Absprache mit den Kindergartenpädagoginnen setzte ich mich mit meinen Beobachtungssessel vor die Türe. Und sah eben nur mehr ein Bruchteil des Regenbogenzimmers in dem meine Kleine nun scheinbar bestens integriert war.

Dann tauchte sie wieder auf. Stand im Türrahmen mit einer Kindergartenpädagogin. Ich dachte sie wolle nun doch zu mir. Doch nichts.
Erbarmungslos forderte sie ein, jemand solle die Türe schließen. Ich dürfte sie nicht beobachten.
Und dann ging sie auch schon zu. Die Tür. Und ich saß in der Stille da. Wusste nicht ob ich über diese Situation lachen sollte, dieses taffe verehren sollte oder heulend hier sitzen, und mich fragen, was ich verbrochen habe weswegen meine Tochter im Kiga nichts mit mir zu tun haben wollte.

Nach ca. 15 Minuten ging die Tür dann doch gnädigerweise wieder auf. Weil sie zur Toilette musste und im Eifer des Gefechts hatte sie also vergessen die Türe wieder zu schließen.
Ich hatte also wieder meinen Beobachtungsposten zurück erlangt. Etwas abseits, aber nicht mehr ausgesperrt. Yay!

Dann gings in den Garten. Zumindestens wars so: die kleine 3-Käse-Hoch-Dame hat sich einfach bei den Schulanfängern dazu gesellt als sie erfahren hatte, dass diese in den Garten gingen. Denn sie will eben auch in den Garten und nicht mehr im Spielzimmer bleiben.
Also zogen wir uns an und noch während ich um die Ecke bog in den Garten, lief sie quer durch die vielen Kinder durch –  lachend – lief und lief und sprang mit ihren neuen Freundinnen auf ein Spielgerät.

Und irgendwie hatte ich das Gefühl, es dürfte das Richtige sein was ich hier mache. Auch wenn sie nicht müsste. Aber sie wollte.

Ab morgen, darf ich für 1 h das Gebäude verlassen. Jedoch auf Abruf bereit sein. Sie wird das höchstwahrscheinlich auch meistern. Auch wenn mir das jetzt fast ein bisschen zu schnell geht. Zugegebenermaßen….

Der ‚kleine‘ Eingriff – die große OP

Montag um 5 Uhr früh standen wir auf. Ich hatte wieder nicht viel geschlafen, war erst um 1 Uhr wirklich eingeschlafen. Fuchsprinz-Hummelprinzesschens-Vater hat überhaupt kein Auge zubekommen. Er ist der nervösere von uns Beiden.

Kaum hatte ich einen Fuß aus dem Bett getan, saß Hummelprinzesschen in ihrem Bett und sah mich munter an. Sie hat mir klar gemacht: Sie steht jetzt auch auf.
Mein Versuch sie zu animieren wieder zu schlafen wurden gekonnt ignoriert.
Kurz darauf wachte auch der Fuchsprinz auf.
Naja, Hummelprinzesschen hätte ein wenig mehr Schlaf nicht geschadet, wenn sie nun den Tag bei Oma verbringt.
Also standen wir alle auf, machten uns fertig, gaben das Prinzesschen ab und fuhren los.
Am Weg schlief Fuchsprinz nochmal, es war noch dunkel und ich verkniff‘ mir manchmal mehr manchmal weniger erfolgreich ein paar Tränchen. Nennt mich Memme.

Im Krankenhaus angekommen, suchten wir unsere ‚Abteilung‘, meldeten sich an und bekamen direkt ein Zimmer und ein Bett zugewiesen.
Zwei-Zimmer-Bett. Klein aber ausreichend. Mit ein paar Büchern zum Vorlesen und durchblättern.
Geschmückt mit bunten Tieren an der Wand. Auf jedenfall merkte man, dass man auf einer Kinderstation war.

Die erste Ärztin kam, stellte sich vor, markierte den Ort der OP und ging wieder.

Es dauerte eine Weile, dann kam eine blutjunge Kinder-Assistenzärztin. Ca. 165 groß, braune, kurze Haare. Brille. Unsicher und wollte es nicht sein.
Sie untersuchte unseren Jungen. Stellte uns die Fragen laut Protokoll. Bat unseren kleinen mit eingelernter Floskel die wohl beim Erwachsenen funktionieren würden weil dieser es gewohnt war auf Aufforderungen zu reagieren, jedoch lag Fuchsprinz einfach nur da und sah sie an. Ruhig. Er verstand nichts.
Und ich war gewillt ihr zu sagen, dass er wohl nicht verstehen würde. Doch sie lachte nur unsicher und sagte schnell: “ Oh, Achso.“

Damit war mein Vertrauen in ihre Kompetenz mit einem mal weggeblasen. Aber ich sagte nichts. Es war bloß ein Gefühl, dass sich breit machte.
Nachdem ich ihr erzählte, dass Fuchsprinz Freitag kurz gefiebert hatte, aber es noch am selben Tag wieder zuende war. (Zähne? komischer Virus?)
Wurde sie natürlich hellhörig. Sie bezweifelte, dass wir heute dran kommen würden. Und wollte die Oberärztin dazu holen.
Na toll. Ausgehungerter Fuchsprinz und die Strecke umsonst?!
Ich wusste nicht ob ich es gut heißen sollte, dass es vielleicht an diesem Tag nichts wird. Schlussendlich war ich nicht scharf darauf ihn abzugeben. Aber wenn die OP nicht heute stattfand, dann eben an einem anderen Tag. Es blieb schlussendlich ja nicht aus.

Nach ca 15 Minuten wurden wir dann ins nächste Zimmer gelotst. Die Oberärztin der Kinderabteilung war da. Eine höchst unsympathische, alte Dame. Die jeden Satz den ich zu ende sprechen wollte abgewürgt hatte. Ohne Rücksicht ob das nun gut rüberkam oder nicht. Eingebildet, grob und unterstellte uns dann auch gleich durch die Blume wir würden unseren Jungen vernachlässigen.
Ich wurde dezent wütend, aber ich wollte da nun durch. Ich spielte mit. Blieb nett. Und wie durch ein Wunder, gab sie sozusagen das ‚Go‘ für die OP. Wow!

Auch wenn ich dachte, nun würde es endlich los gehen. Zog sich das ganze tatsächlich bis kurz vor 10 Uhr. Fuchsprinz bekam ein Mittel dass ihn runterholte. Dieses Mir-ist-alles-egal-Gefühl stellte sich nach einem Lachflash seiner und unsererseits ein.

Dann kam der Pfleger. Ein sympathischer Glatzkopf. Trainiert und so herrlich Klischeebefreit. Mitfühlend und Freundlich. Redete mit unserem kleinem, dem alles egal war. Nicht so wie Mama und Papa, die angespannter nicht hätten sein können.
Wir betraten den Vorraum des OP’s. Wir durften rein. Der Pfleger versicherte uns: „Sicher! Überhaupt bei Kindern!“
Ich bedankte mich, obwohl er wohl nicht dieses ‚Gesetz‘ eingeführt hatte.
Dann standen wir am  Bettchen von Fuchsprinz. Eine Krankenschwester kam, stellte sich vor, versicherte der Anästhesist käme gleich.
Und da kam er.
Stellte sich vor, versprach sich gut um Fuchsprinz zu kümmern. Erklärte nochmal die Vorgehensweise und wollte wissen ob wir noch Fragen hätten. Ich hatte keine. Ich war bedient. Wie gelähmt, schweigend, stand ich da und fühlte mich wie die Kuh auf der Schlachtbank.
Am liebsten hätte ich ihn gepackt und wäre davon gelaufen. Nicht weil ich mich schlecht betreut gefühlt hätte, sondern weil ich Kinder und OP in dieser Kombination einfach unsagbar schrecklich und unfair finde. Egal ob geplant und nützlich.
Wir bekamen anschließend das Telefon in die Hand damit der Arzt uns direkt nach Beendigung der OP über den Verlauf des Eingriffes Bescheid geben konnte.

Dann wurden der Kleine auch schon hochgehoben und wir wurden verabschiedet. Ich ging, kurz vor der Tür, sah ich nochmal über die Schulter zu meinem kleinen Fuchsprinz der am Arm des Anästhesisten im OP Saal verschwand. Dicht gefolgt von der Krankenschwester die seinen Teddybär mitnahm.
Dann gingen wir aus der Tür raus und es dauerte nur 2 Millisekunden und ich weinte. Ein hässliches Gefühl.
Und ich hätte noch viel mehr weinen können, aber ich habe mich zusammen gerissen. Mal mehr mal weniger erfolgreich.

Und dann gingen wir in das Café des Krankenhauses. Ich sollte etwas essen. Und trinken. Tat ich auch. Aber die Zeit verging einfach gar nicht. Schrecklich wie Elends lange Minuten und Stunde werden. Ich behielt das Telefon bei mir, wie einen geheimen Schatz.
Allmählich war die Zeit vorüber und ich wartete auf den Anruf, dass alles gut ging.

Tatsächlich klingelte es. Ich war so aufgeregt, ich hätte es am liebsten jemand anderen in die Hand gedrückt aber wollte dann doch selbst die Worte hören. Also hob ich ab. Angespannter denn je.
Die Ärztin meldete sich. Alles perfekt verlaufen.

Mir rollte ein Fels vom Herzen. Es war so, als hätte ich endlich wieder Luft geholt. Ich bedankte mich. War überglücklich und musste aber dennoch nochmal warten, bis mein kleiner Fuchsprinz im Aufwachraum fertig angeschlossen war damit ich zu ihm konnte.
Es ging schneller als erwartet.
10 Minuten später ging ich zu meinem kleinen Schatz.
Die Krankenschwester meinte ich sollte mich nicht erschrecken. Kinder mit Schlauch im Mund sieht immer schrecklich aus. Aber er atmet selbstständig, es ist bloß zur Unterstützung.

OP
Vorsichtig setzte ich mich auf dem Hocker neben ihm. Er war das einzige Kind im Kinderaufwachraum. Es war leise. Man hörte ab und an etwas piepen.
Armer, kleiner Schatz.
Ich begrüßte ihn, streichelte nur klein wenig seine Finger. Sah auf den Monitor, verfolgte den abgebildeten Herzschlag. Gleichmäßig, Sättigung dank Sauerstoffzufuhr auch auf 98%. Alles bestens. Und dennoch brach da ein Stück Mama Herz kurzfristig.

Ausnahmsweise durfte auch Fuchsprinz-Papa dazu. Weil wir die einzigen waren. Er hätte sonst auf den Stühlen vor dem Aufwachraum warten müssen.

Nach 15 Minuten wachte er auf, fischte sich den Schlauch aus dem Mund, mit Hilfe der Krankenschwestern und schlief wieder ein.
Knappe 1,5 h schlief er. Während ich daneben saß, ihn streichelte und die Sättigung und seine Herzfrequenz im Auge behielt. So als hätte ich sie negativ beeinflussen können, hätte ich sie nicht ständig im Auge gehabt.

Endlich fuhren wir, nachdem er (naja fast!) ganz munter war wieder hoch in sein Zimmer. Er hatte eine Tapferkeitsurkunde vom Krankenhaus bekommen. Im Namen aller Schwestern und Ärzte.
Auf die wird er mal richtig stolz sein.
Er hatte Hunger. Es war schließlich nach Mittag. Ich stillte ihn, dann bekam er ein paar Biskotten von den Krankenschwestern und schlussendlich sogar eine Suppe. Keine 1 h nachdem er aufgewacht war, turnte er so als wäre nie etwas gewesen.

Gott sei Dank!
Wir warteten nur mehr auf die Entlassung. Doch die dauerte. Kein Arzt da. Also laß ich ein Buch. Genau 2 Seiten. Schrieb den vielen Freunden und Familienmitgliedern die sich um Fuchsprinz sorgten, dass es ihm gut ging und hielt Fuchsprinz grob davon ab, das Krankenhaus auseinander zu nehmen. (Uuuuiii, elektrisch verstellbare Betten 😉 Ihr ahnt es!)

Am späten Nachmittag sind wir dann nach Hause. Zuhause gabs ‚echtes‘ Essen. Er war dankbar und stopfte es sich dual in den Mund. Na, man hat ja auch nicht umsonst ZWEI Hände und nicht nur eine! 😉

Und nun 4 Tage später. Schmerzmittelfrei. Ist alles wieder wie beim alten. Es war halb so schlimm. Aber ich brauche das trotzdem nicht nochmal.

Vielen Dank an alle die uns Daumen gedrückt haben!! Ich bin mir sicher, auch wegen euch, verlief alles so problemlos und Fuchsprinz geht es blendend!

Morgen um die Zeit ist alles vorbei

Ich sitze hier, werde mit jeder Minute nervöser. Am liebsten würde ich so tun, als würde das ‚Ganze‘ morgen nicht passieren.
Und manchmal gelingt es mir auch, dann sitze ich total verloren und unorganisiert einfach da, sitze da, mache Dinge für die ich eigentlich keine Zeit habe und warte auf….ja, auf was eigentlich?

Operation

Die Unterlagen für morgen liegen vor mir, ich habe mir nochmal alles durchgelesen und entschieden, dass er heute Abend nochmal sein Lieblingsessen bekommt. Parmesannudeln. Fuchsprinz und Hummelprinzesschen fliegen darauf.

Naja, eine Nacht noch. Ich hoffe ich kann schlafen. Denn morgen müssen wir um 5 Uhr früh auf, damit sich das mit Stau und Großstadt und Wegzeit ausgeht.

Natürlich berichte ich euch dann wie es war. Bis dahin, denkt morgen vormittag vielleicht an uns.

Diese Sache mit dem Kleid – LAST MINUTE?!

Meistens, wenn man Kinder hat, dann kann man eigentlich offiziell nicht munter sein wenn die Kinder schlafen. Punkt.
Man kostet jedes Sekündchen, Minütchen und Stündchen aus, die man im Bett verbringen darf.

Ja, ich hab vor einer guten Stunde noch herrlich geschlafen. Ich dachte tatsächlich noch in dieser halb-Traum-phase: Keine 10 Pferde bekommen mich hier unter meiner warmen Decke raus.

Pustekuchen.

Nein, meine Kinder sind nicht schuld. Momentan schlafen sie fast schon kitschig gut ein – okay, jetzt verschreie‘ ich es wieder….

Aber mir geistern so viele Dinge durch meinen Kopf.
Die OP ……und dann wäre da noch das Drama um dieses EINE Kleid!

Um ein Kleid einer Prinzessin. Diese Prinzessin wird sage und schreibe morgen 3 Jahre alt.
Süß, dass Mama aufgeregt ist? Jein!
Ich finde dieses doofe Kleid nirgendwo mehr. Ausverkauft. Am Montag bekommen sie wieder welche. Yay. Da ist es zu spät. Ich brauche es morgen früh.
Das Schicksal ist ein Hund und hat mir somit ganz klar gesagt: Miss Stefanie, selbst Schuld wenn man diese ‚Ruhe‘ hat und glaubt wir leben in einem Land wo ein Prinzessinnen-Kleid allzeit verfügbar ist und es ausreicht, dieses am Dienstag zu besorgen wenn das Kind am Freitag Geburtstag hat.

Dienstag – Filiale: Nein! Bzw. ein kaputtes wo ein Stern gefehlt hat.
Da dachte ich mir: „Aaaach, ich bin am Mittwoch noch in einer anderen Stadt, die haben auch DIESEN Shop (den jeder kennt). Dort kauf ich dann das Kleid – ganz!“

Mittwoch – andere Filiale: Nein! Zonk! Es gab genau nur mehr eines davon. Größe 122. Da passt mein Kind ganz bestimmt nicht mal mit 5 Augen zudrücken rein. Da keimte schon diese unterschwellige ‚Panik‘ auf. Ich fragte die Verkäuferin ob sie noch etwas im Lager hatten oder ob da vielleicht noch was nachkommt?!
Sie schüttelte erbarmungslos den Kopf.
Sie hätte alleine gestern 4 Kleider davon verkauft.
Erklärt den Mangel dieser Kleider.
Frühestens und nur VIELLEICHT Freitag Mittag.

Ahja, Freitag Mittag. Am Freitag um 2 Uhr steigt die Party. Knapp 20 Leute. Blödes Timing. Aber ich hätte Fuchsprinz-Papa den ich entsenden könnte.

(Lieber Planet, es tut mir ehrlich Leid, dass ich wegen eines blöden Kleides sinnlos rumtuckere. Aber dafür passe ich wirklich sonst auf dich auf! Verzeih mir!)

Heimgekommen rief ich 2 Stunden (!) mich durch die Hotline von DIESEM Shop (den jeder kennt).
Drücken Sie die 1 für…bla bla bla….Drücken Sie die 2 für….blabla….
Zum Schluss wusste ich es: 3!
Um dann WIEDER vor die Wahl gestellt zu werden: Drücken Sie die 1 für eine Umfrage zur Zufrie-….NOPE. 2!

Die Leute die abhoben waren immer nett! Wirklich. Zum Schluss hätte ich am Liebsten doch noch bei der Umfrage mitgemacht. Weil sie sich Mühe gaben und ich ahnte, dort bei DIESEM Shop in der Hotline zu sitzen wohl selten lustig ist.

Aber ich verbrachte von diesen 2 Stunden 1 3/4 ohnehin damit in irgendeiner melodischen Warteschleife zu sein. Ich hab nebenbei gekocht, gewartet, Kinder betreut, aus dem Fenster gestarrt und leise vor mich hingemurmelt, dass doch irgendjemand dieses Kleid haben muss. BITTE!

Endlich wurde ich erlöst. Nachdem sie das erste mal nach dem Kleid fragte – keine 30 Sekunden später, zurück kam, fragte nach der Größe um dann 8 Minuten abhanden gekommen zu sein. Darm Entleerung? Wahrscheinlicher war die Kassa. Sie sind ja – wie überall dank Geld’mangel‘ – unterplatziert. Ich hatte Verständnis.

Und irgendwann hob da tatsächlich nochmal jemand ab! ENDLICH!
Die Rückkehrerin! Die Erlöserin!

Sie hätten sie in jeglicher Größe die ich kompromissbereit angegeben hatte. YAY!!!! Bitte reservieren! Auf meinen Namen. Buchstabieren. Ist ja nicht so einfach.
Doch dann kam eine Frage die mich irritierte: “ Hell oder Dunkelblau?“

Stille meinerseits. “ Es gibt nur EINES davon. “
Dann erklärte ich nochmal welches ich meine. Es kam ein knappes ‚OK‘. Weil es ihr zu bunt wurde?! Weil es ihr egal war?! Weil sie nie verstanden hatte welches Kleid ich meinte und sie das ganze Szenario beenden wollte?
Nach dem Motto: Is‘ mir doch egal. Kleid ist Kleid.

Ja, Miss-von-DIESEM-Shop-den-jeder-kennt: Erklären Sie genau das meiner morgen 3 Jährigen….
Die schon an der ‚guten‘ Welt zweifelt und in einen Trotzanfall reinschlittert weil ich das Puppengewand – ganz blauäugig ohne böse Absicht – einem Teddybär anziehe.
Oh Gott! Werden sich viele denken: Regentschaft des Terrors. Ja, manchmal schon 😉

Also tuckere ich heute dort hin. Quer durchs Land und hoffe einfach inständig, wenn diese Miss-von-DIESEM-Shop das Falsche reserviert hat, dass zu mindestens IRGENDWO doch noch das Richtige rumgurkt und ich es einfach kaufen kann.
Ich will es doch gar nicht stehlen, ausstellen oder sonst irgendetwas das viel Plan bräuchte. Ich will es doch einfach nur meiner Tochter zum Geburtstag geben, die schon seit ca 2 – 3 Monaten ständig dort steht, es mit diesen Glitzer-Knopf-Augen ansieht und ehrfürchtig streichelt während sie mir beteuert, dass sie sich genau DAS hier wünscht. Ein Tüll-Traum-Glitzer-Umhang-Albtraum-Kleid.

Danke, ich würde gerne verzichten…. Auf die OP, auf die Umstände und auf die Albträume davor!

Der Tag x rückt näher. Am Montag, frühmorgens werden wir aufbrechen. Wir fahren ca 1 h dorthin. Ab 19 Uhr am vorabend nichts mehr essen. Ab 1 Uhr nachts darf er nichts mehr trinken außer klares Wasser.
Machbar, aber es wird bestimmt nicht leicht dies mit seinen Gewohnheiten zu koppeln.
Da müssen wir durch. Er und wir.
Fuchsprinz-Papa hat sich freigenommen. Ich brauche ihn. Als seelische Unterstützung.

Mein Kind in die Hände – sicherlich fähiger – Menschen zu geben, die ihn operieren, fällt mir schwer.
Sie werden ihn aufschneiden. Punkt. So ist es nun mal. Realistisch und nüchtern betrachtet.
Aber natürlich mache ich und die Ärzte das nicht aus Jux und Tollerei. Es gibt schließlich einen Grund einen knapp 1 Jährigen in Vollnarkose zu legen.
Einen Grund, den er von Geburt an hatte. Nichts, was nicht ‚öfter‘ vorkommt. Dort in dieser Kinder-Abteilung im Krankenhaus, machen sie das sogar ca. 2x die Woche.
Sie sind die besten hier in Österreich habe ich von vielen gesagt bekommen.
Ich fühle mich gut betreut.
Natürlich wird alles glatt laufen.

Aber dieser Albtraum ihn abzugeben….
Alleine bei dem Gedanken meinen Jungen eigentlich Fremde in die Obhut zu geben. Die er nicht kennt. Die ihn nicht kennen.
Was ist wenn er Angst bekommt? Weil er sieht wie ich seine Hand loslasse, weil die OP-Tür naht und ich nicht weiter darf?

Sie kennen ihn ja gar nicht! Sie wissen Nichts! Außer seine Eck-Daten – die für sie wichtig sind. Ort des Geschehens, Blutgruppe, Alter und seinen Namen.
Aber nicht ihn. Als Mensch, Person, mein Baby!
Es ist für mich sehr schwierig. Ich hoffe einfach er ist müde genug, um mit dieser Beruhigungsdosis vor der Vollnarkose einzuschlafen. Noch bei mir.

Ich liebe Katzen! Meine Allergie allerdings nicht – mir egal

Vielleicht kennt ihr das? Manchmal – vielleicht inspiriert von trotzenden Kleinkindern die um einen rumwuseln – will man etwas, obwohl man als normal-denkender Mensch die Hände über den Kopf zusammen schlägt und entgegen der logischen Argumente die ganz klar DAGEGEN entscheiden.

In jener Hunderstel in der ich den Einzug unserer 2 neuen Familienmitglieder erwähne und die Katzenallergie, werde ich als herzloser, nicht-denkender Mensch bezichtigt.
Die armen Katzenbabys. Sie werden ein schlimmes Leben führen, ich werde sie (natürlich!!) hassen, sie werden keine Zuwendung bekommen, wahrscheinlich auch nicht genug essen. Sie werden automatisch – da ich ja eine Allergie habe – traurig ihrem Schicksal und dem Elend ausgesetzt.
STOPP.

Bitte einmal aus diesem Vorwurfs-Gedanken-Karusell aussteigen. Ich erzähle euch eine Geschichte. Hört einfach zu.

Mein Leben lang begleiteten mich Katzen.
Meine allererste Katze hieß Minki. Eine wunderschöne, dreifärbige Katze. Etwas jähzornig aber ich habe sie geliebt. Ich war damals 4
Und es folgten weitere Katzen/Kater.
Kitty – sie ist uns damals halb verhungert zugelaufen.
Kai-tschi & Pia – sie sind die Kinder von Kitty die kurz nach ihrer Geburt leider ihr Leben verlor
Susi – eine Bauernkatze, dessen Besitzerin zu uns sagte als wir sie zufällig sahen und streichelten: Nehmt bitte eine von den Katzen mit, sonst muss ich sie umbringen.

Cookie & Muffin
Und nun: Cookie & Muffin.
Geschwister. Beide Getigert, Cookie ist das Mädchen, eine kleine Rabaukin, wurde eigentlich schon ihres Todes überlassen aber ist ein echtes Kämpfermädchen & Muffin, der kleine freche und kuschelige Junge.
Gemeinsam stellen sie unser Haus und unseren Alltag auf dem Kopf.

Und wo ist die Geschichte mit der Allergie?

Ja, ich hatte all die Jahre – solange ich Katzen hielt, keine Allergie. Ich entwickelte sie in den 2 Jahren wo ich in der Stadt lebte, ohne Haustiere.
Sie wurde diagnostiziert und als ’schlimm‘ betitelt.

Susi lebte aber zu diesem Zeitpunkt schon bei meiner Mutter in dessen Haus wir wieder heimkehrten. Susi ist – wie alle unserer Katzen – Freigängerin und überwiegend im unteren Geschoss bei meiner Mutter lebend. (Mehrfamilienhaus) Wir konnten gut ko-existieren. Sie brauchte nichts von mir, weil sie sich meine Mutter als Haupt-fütterungs-Mensch auserkoren hatte und die 1x in einem Jahr wo ich ihr bequeme sie zu streicheln (ansonsten wurschtelte und beugte sie sich dort wo man sie streicheln wollte extrem durch) hielt ich aus.

Und nach gut 5 Jahren wo Susi hier war, sah ich Cookie & Muffin und ihre Geschwister letzten Freitag. Gerettet von meiner Schwägerin vor dem Tod. 5 kleine 3-Käse hoch. Alle getigert. Ein Haufen voller Lebensmut, Hoffnung, Flauschigkeit & Niedlichkeit auf höchsten Niveau.

Und mich packte wieder die Zuversicht: Die Allergie wird/muss wieder weg gehen!!

Ich hatte ein Gespräch mit meinem Hausarzt, was er dazu sagte und er gab mir recht. Er selbst hatte das mit seinem Hund. In der Studienzeit blieb er bei seinen Eltern, als er zurück kam, ging es ihm schlecht, wenn er länger als 2 Wochen dort blieb, verpuffte die Allergie ins Nichts. Der Körper gewöhnte sich an die Allergene und reduzierte die Reaktion darauf.
Intelligenter Körper.
Er meinte, ich solle es versuchen. Den Katzenkindern eine Chance geben.

Gesagt, Getan.

Cookie und Muffin sind nun 1 Woche bei uns. Schon jetzt merke ich eine wesentliche Besserung der Allergie. Ich niese wesentlich weniger, schnupfe weniger und ich kann sie zu meinem Gesicht halten. Ich darf mir nur nicht direkt danach in die Augen fahren. ABER am ersten Tag passierte es mir und mein Auge brannte.
Gestern passierte es mir auch und es war nur mehr ein jucken.

Ich bin zuversichtlich – ich glaube es ist für mich eine Bereicherung, für die Kinder sowieso (ich bin nach wie vor schwer dafür dass Kinder mit Tieren aufwachsen sollten – diesen Respekt gegenüber anderen Lebewesen erklärt und lernt ihnen kein Mensch so gut wie die Tiere selbst) und FuchsprinzHummelprinessins-Papa ist sowieso wohl der tierliebenste Mensch der mir begegnet hat. Seine Tierliebe hält nicht einmal vor einer Fliege oder einer Spinne – da ist aber bei mir Schluss…. 😉

Was ist schon 1 Jahr…?!

Der Fuchsprinz war praktisch schon immer da.
Schon seit gefühlten 15 Jahren. Obwohl er vor kurzem erst 1 Jahr alt wurde.
Wie das geht?
Fragt nicht mich, fragt mein Zeitgefühl!

In diesem Jahr passierte so viel. Ich könnte weinen, dass alle Momente mit jedem Tag wieder verblassen und zu Erinnerungen werden.

Gott sei Dank gibt es Bilder.
Sie halten alles fest. Wie es ist. Genau jetzt.
Als man glaubt es war schon immer so und wird es immer bleiben.

1 Jahr um...

1 Jahr um…

Das Leben geht einen Schritt nach dem anderen. Egal wieviel an ‚es‘ ziehen, es dazu bewegen wollen, dass es kleinere Schritte macht oder gar einfach stehen bleibt.
Wenn man diese winzigen Zehen sieht, die einfach nur aussehen wie kleine Perlen aneinander gereiht.
Der Geruch von frischgeschlüpften Babys.
Wie stolz man auf dieses Bündel ist. Wie stolz und neugeboren man sich auch selbst fühlt. Gestärkt, alles zu schaffen. Schlussendlich hat man eine Geburt durch. Egal ob das Baby im OP oder im Kreissaal zur Welt kam.
Das erste Lächeln, das erste Wort.
Eine kleine Hand die nach einem greift.
Ein Küsschen von einem Menschen, der noch nicht mal gehen oder geschweige denn reden kann, aber beurkunden will, dass es einen liebt. Wie atemberaubend schön!

Andere wollen es vorrantreiben, weil es anstrengend ist.
Wenn man mit diesem kleinen Menschen um 1:53 Uhr im Kinderzimmer auf und ab geht und sich die Ohren voll schreien lassen darf.
Weil einfach nur ein Pups quer liegt…
Weil das kleine Menschlein Angst hat, Schmerzen, einfach jemanden um ihn braucht…
Weil es überfordert ist…
Weil es einen Mitternachtssnack einfordert oder ein Bäuerchen drückt…
Weil es zum 6x an diesem einen Tag, die ganze Garnitur vollspeibt….
Die mühsam gewonnene Muttermilch –  hochkotzt wie ein Abfallprodukt.
Weil halbstündliche Stillintervalle nächtens nach 10 Tagen einen schlichtweg fertig machen. Nicht nur körperlich.

Aber wie ihr vermutlich wisst, die Erinnerungen bleiben auf ominöseweise irgendwie vorrangig rosarot.
Das erste Jahr ist mit so vielen wichtigen und schönen Ereignissen und Erinnerungen vollgespickt, dass ich tatsächlich mit Wehmut zurück blicke, dass es schon vorbei ist.

Natürlich freue ich mich aber genauso sehr auf die Zeit die uns bevorsteht.
Ihm zuzusehen wie er heranwächst, welcher Mensch er wird und mit der leisen Hoffnung, dass ich in seinem Leben mir einen wichtigen Stellenwert verdiene.
Dass ich ein Zuhause schaffe, in das er gerne zurück kommt, seine Lieblingsspeise isst, sich gut aufgehoben und geliebt fühlt.
Ich habe ja noch ein paar Jahre bis er flügge wird.
(Gott sei Dank!)
Bis dahin genieße ich noch jeden Kuss den ich ihm ganz ungeniert von den Lippen oder Bäckchen stehlen kann. Weil er noch keinen Einspruch erhebt. 😉

Wolkenkissen – I DID IT!!

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Ich habe euch doch schon mal von meiner Idee erzählt, ein Wolkenkissen für meinen kleinen Fuchsprinz und dessen „Reading Nook“ (Kuschelecke) zu nähen.

Dank Freebook und vorhandenem Stoff, habe ich es nun geschafft – und ich muss sagen: Ich bin stolz auf mich!

Der Countdown bis zum Geburtstag: Nur noch 1 Tag!

Der Liebster-Award – ich darf auch!

Erstmal danke ich der lieben Fuxigo von Wahnsinn und Ovulation , dass sie mich für den Liebster-Award nominiert hat! Es freut mich sehr und natürlich mache ich gerne mit!

liebsteraward

Hier die Regeln:

  • Danke dem Blogger, der dich nominiert hat
  • Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat
  • Füge eines der Liebster-Award-Buttons in deinen Post ein
  • Beantworte die dir gestellten Fragen
  • Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst
  • Nominiere 5-11 Blogs, die weniger als 300 Follower haben
  • Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast
  • Soweit so klar, oder?!  😉

Und nun zu meinen Fragen die ich von der lieben Fuxigo bekommen habe:


Fleisch oder kein Fleisch?
Ich liebe Schnitzel und bei einem guten Schweinsbraten sag ich auch nicht nein. Für mich gehört Fleisch einfach dazu.

Dein Wunder der Entspannung?
Frische Luft! Klärt Hirn und Gedanken!
Im Herbst gehe ich für mein Leben gern mit meinen zwei Kindern (Hummelprinzessin & Fuchsprinz) raus. Gut eingepackt bei maximal 21 Grad, am besten mit etwas Wind. Bevorzugt spatzieren wir an Tieren vorbei oder wenn es vorher geregnet hat, hüpft Hummelprinzesschen in alle Wasserpfützen, die sie so findet.

Deine beste Abendplanung sieht folgendermaßen aus…
Die beste Abendplanung, besteht darin, dass meine zwei Kinderchens problemlos vor 20:15 einschlafen. Dann werfe ich mich auf die Couch, bei Popcorn, Pizzaschnitten, M&M’s und sonstiges viel zu kalorienreiches Essen, sehe ich mir mit einer Freundin oder meiner Schwester z.B. Germanys next Topmodel an und lästere und erkore meine ‚Lieblinge‘ daraus.
(Ja, und wenn ich die dann im Bikini-Fotoshooting sehe, dann wird gleich noch mehr Frust gegessen 😉 )

Gehst Du offen mit Deiner Geschichte um? (Zum Beispiel beim Thema Kinderwunsch)
Ich gehe offen damit um. Vor allem über meine Fehlgeburten. Schwanger werden war – im Gegensatz zu anderen hier – für mich nie ein Problem. Das BLEIBEN ist bei mir die größere Herausforderung.
Ich habe aber irgendwie das Gefühl, viele wollen auch gar nicht sich darüber unterhalten. Wahrscheinlich weil sie glauben, etwas falsches zu sagen.

Was sind Deine Lieblingstiere?
Lieblingstiere? ganz klar der Fuchs und die Hummel. Weswegen sie auch Namensträger meiner Seite wurden.

Hast Du ein gutes Verhältnis zu Deinem Körper? Und möchtest Du hiervon berichten?
Jahrelang habe ich nicht viel mit meinem Körper am Hut gehabt. Ist eigentlich erschreckend soetwas zu sagen. Aber es war so. Er hat funktioniert – selbstverständlicherweise, denn das war meine damalige Auffassung – und das wars auch dann schon was ich von ihm erwartete. Erst als mein Körper ein Zeichen setzte und mir inmitten meiner Jugend eine temporäre Lähmung als Warnzeichen servierte, dachte ich irgendwann anders.
Und seid ich schwanger war und geboren habe, habe ich nochmal ein ganz inniges Verhältnis zu ihm aufgebaut. Ich bin ihm sehr dankbar und ich sehe nun gern über meine Markel hinweg, denn er hat mir zwei wunderhübsche Kinder geschenkt.

Hast Du manchmal Angst, dass das Internet zu große Ohren hat und Dich völlig unbekannte auf Deinen Blog ansprechen?
Dass ich diesen Blog führe, wissen die wenigsten. Ich mach‘ keine Werbung dafür. Ich mache den Blog für mich. Weil ich Spaß daran habe.
Angst davor dass mich jemand darauf anspricht habe ich nicht, denn es ist was es ist. Sie haben nur eine bessere Zusammenfassung wenn sie sich diesen vorher durchlesen bevor sie mich persönlich kennenlernen. 😉

Was bedeutet Freundschaft für Dich?
Freundschaft bedeutet für mich, mich auf jemanden verlassen zu können. Jemanden zu haben, der dich kennt und der dir ganz objektiv vielleicht manchmal die Richtung weisen kann, wenn du einmal das Ziel vor Augen verloren hast.
Freundschaft bedeutet für mich auch, dass man aneinander respektiert.
Und vor allem, bedeutet Freundschaft für mich, dass, auch wenn man sich einige Zeit nicht gesehen hat, man dennoch sofort dort anknüpfen kann – emotional und zwischenmenschlich – wo man pausiert hatte.
Denn als Mama weiß ich, dass ich leider manchmal zu wenig Zeit dafür habe. Und bin dankbar, dass meine Freundinnen (ob Kinder oder nicht) es genauso sehen.

Wieviele Freund_innen könntest Du in der Nacht anrufen, wenn es Dir schlecht geht (Achtung, es geht mir natürlich nicht um die Quantität)?
Ich würde sagen, ich könnte 3 Freundinnen anrufen. Jede davon würde da sein, wenn ‚der Hut brennt‘.

Gibt es etwas, was Du auf diesem Weg- falls Du einen langen Kinderwunsch hast – gelernt hast?
Ich habe gelernt, dass nichts selbstverständlich ist. Absolut rein gar nichts.
Kinder sind nicht selbstverständlich. Und es ärgert mich, wenn ich in den Medien höre, wie eine Frau ihre Kinder umbringt oder Männer Kinder vergewaltigen oder sonstigen Elend ausgesetzt sind. Immer wieder habe ich dabei das Gefühl ich müsse alle Kinder adoptieren, um sicher zu stellen, dass es Ihnen gut geht. Sie haben es verdient.
Ich wünsche mir, dass jeder der Kinder hat, auch tatsächlich das Wunder dahinter sehen und ihre Kinder so hüten, wie es ein kleines Wunder verdient hat.

Was denkst Du ist die größte Herausforderung momentan in Deinem Leben?
Die momentane Herausforderung ist, wahrscheinlich die, mit meiner letzten Fehlgeburt und diesen Schuldgefühlen umzugehen lernen.
Aber die größte Herausforderung steht mir wohl noch bevor. Zwei Kinder und in einem Jahr wieder in die Arbeitswelt einsteigen, stelle ich mir wirklich schwierig vor. Ich bekniee jede Frau, die das mit Leichtigkeit schmeißt. Ich hab großen Respekt davor und da ich Veränderungen sowieso misstrauisch gegenüber bin, habe ich jetzt schon Bauchschmerzen bei dem Gedanken. 😉

Nun meine Fragen an die Nominierten:

  1. Wie kamst du auf die Idee einen Blog zu gestalten?
  2. Zu welcher Tageszeit bist du am schreibwütigsten/kreativsten?
  3. Was hat dich in den letzten 3 Monaten am meisten zum lachen gebracht?
  4. Badewanne oder Dusche?
  5. Welche Dinge im Haushalt machen dir am meisten Spaß/nerven dich extrem?
  6. Welchen Traumberuf hattest du als Kind auserkoren? Entspricht er den Tatsachen oder hat es dich woanders hingezogen?
  7. Könntest du dir vorstellen eine Großfamilie (4+ Kinder) zu haben?
  8. Deine eigene, schlimmste Macke in einem Satz erklärt:
  9. Hand aufs Herz: Wie oft nimmst du dir die Zeit die Blogs anderer zu lesen?
  10. Deine erste Erinnerung im Bezug auf das Internet?
  11. Partytiger oder Couchpotato?

Und hier die Nominierungen:

Frau Planundgeduld
Frau Zauberschön
Mission Wunschkind
Zweimausmama
Das Regenbogenkind bloggt

Ich hoffe ihr macht mit, würde mich freuen!

Stille, weil das Seelchen weint

Es ist still geworden um uns.
Ich will ehrlich sein: Ich nage noch immer an dieser Fehlgeburt und an der Idee eines dritten Kindes, das plötzlich so präsent geworden ist.
Aber nur für mich. Genauso wie es eben nur für mich schwierig geworden ist dadurch.

Und das Leben so

Ich wünschte ich könnte einfach weiter machen. So sehr ich mich bemühe umso mehr komme ich mich eingezwängt vor. Ich würde mir wahrscheinlich selbst raten, es doch einfach zuzulassen. Nur was genau? Der Schmerz ist präsent, das Gefühl etwas verloren zu haben und nicht wieder zu finden ist genauso präsent.
Ich würde gern wieder etwas mehr Sonne in mein Gemüt zulassen. DAS will ich. Dafür müsste ich aber zuerst auch irgendwie die negativen Gefühle abschütteln.
Und so sehr ich es versuche und mir einbilde – an Tagen wo viel los ist oder wo die Sonne scheint und mir mein Seelchen wärmt – dass es mir gut geht, so weiß ich, wenn ich Nachts aufwache und nicht mehr schlafen kann. Wenn ich an etwas denke, ständig dieses schwere, brennende Gefühl in der Bauchgegend zu haben, dass es mir eigentlich nicht wirklich gut geht.

So gern, würde ich sagen: Was ist los mit dir? Du hast doch 2 gesunde Kinder. Sie sind wundervoll.
Und ja, das sind sie.
Und ja, ich würde mich so gern dafür ohrfeigen, dass mir dieser Verlust dennoch so weh tut. Ein Verlust dem ich nicht gewachsen war. Weil ich weder auf die Situation noch auf das Ende vorbereitet war.

Ich wünschte mir würde das Universum versprechen, dass alles wieder gut wird. Dass das nicht das Ende ist. Und insgeheim weiß ich es, ich bin Realist. Das Leben geht weiter. Die Wunden die heute weh tun, die werden zu Narben. Die manchmal mehr oder weniger schmerzen, bei weitem ist es aber dann nicht mehr dieser stechende Schmerz der mir momentan so omnipräsent vorkommt.

Alles was ich tun kann ist mich abzulenken, einen Schritt nach dem anderen zu tun und versuchen klar zu kommen. Das Leben ist wundervoll, die Geschichten die darin erzählt werden vielleicht nicht immer die schönsten, aber nur so kann man wohl zu schätzen wissen, welche Geschenke einem im Leben gegeben werden. Und das alles, was wir haben bloß auf Zeit ist und die Dauer dessen entscheiden wir nicht selbst.
In diesem Sinne, wünsche ich euch einen wundervollen September, genießt jeden Augenblick!
Ich werde nun versuchen wieder öfter hier zu sein. Euch auf den laufenden zu halten. Denn mein Fuchsprinz hat bald Geburtstag und auch die Hummelprinzessin wird bald 3 Jahre. Danach eine OP für meinen armen, süßen Fuchsprinzen und schließlich beginnt der Kindergarten auch für meine Maus – sofern sie will. Alles Dinge auf die ich mich freue (Naja, die OP…?!) und gleichzeitig schlage ich die Hände über’n Kopf zusammen und frag mich: Tatsächlich?! Echt, jetzt schon?! Sie sind doch gerade erst geboren. Vorgestern.

An mein drittes Sternenkind

Liebes, kleines, unbekanntes, freches, wundervolles Wesen!

Du hast mich überrascht. Uns alle. Mich aber wahrscheinlich am meisten. Du freches Ding.
Ich wollte mit dir ein ernstes Wörtchen reden, wenn wir uns bei der Geburt das allererste Mal in die Augen gesehen hätten. Aber ich kenne mich, wahrscheinlich hätte ich keine Zeit gehabt dir deinen unangemeldeten Auftritt krumm zu nehmen. Wahrscheinlich wäre ich einfach unsagbar dankbar gewesen dass du hier bist, kleines Wunder.

Es tut mir leid, dass ich anfangs geweint hab. Nicht weil du nicht willkommen warst, sondern weil du wissen müsstest was für ein Gewohnheitstier deine Mama ist. So unvorbereitete, nicht vorher breitgetretene und zu tausend mal in Gedanken durchgekaute Dinge machen mir Angst. Weil ich gerne immer schon vorher wüsste was auf mich zukommt.

Aber schnell wurde klar, du bist mein Frühlingskind, das ich immer haben wollte. Und du bist wundervoll weil du einfach da warst. Ganz klammheimlich hast du dich eingekuschelt. Dein Papa lachte bloß als ich unter Tränen sagte dass du mit an Board bist. Er hat so perfekt reagiert. Ich bin dankbar, dass dein Papa sich so freuen konnte was ich anfangs nicht konnte.
Er war so stolz auf dich. Und ich auch.

Du kennst mich und hast es sicher bemerkt, dass ich wieder in meinen alten Trott reingefallen bin. Deine zwei Sternengeschwister sind ’schuld‘. Und mein Kontrollwahn. Ich hab soo viele Schwangerschaftstests gemacht. Dir praktisch zugesehen wie du immer ‚mehr‘ wurdest. Mehr Zuversicht, Mehr Angst.
Ihr, meine Frühlingskinder, ihr habt mir gelehrt dass leider kein Kind selbstverständlich ist.

Ich war SO nervös als ich am Montag gewartet habe dein Herzschlag zu sehen. Ich hab mich ganz schick gemacht für unser erstes Date am Ultraschall. Aber leider haben wir uns verpasst.

Ehrlich, ich hätte deinen Herzschlag so gern gesehen. So sehr, dass ich zu diesen Zeitpunkt davon ausging das es einfach nur ein Missverständnis ist. Der Ultraschall. Der sinkende HCG Spiegel.

Doch mein Körper gab mir die Quittung, dass du nicht mehr da bist. Irgendwie bin ich ‚froh‘ dass ich die Zeit hatte mich darauf vorzubereiten.
Aber was heißt ‚vorzubereiten‘?
Wann ist man TATSÄCHLICH bereit sein Baby gehen zu lassen ohne es wirklich kennen lernen zu dürfen?
Nie.

Ich habe dir und deinen Sternengeschwistern die Kerzen angezündet die ich für euch gekauft habe. Die Großen. Ich hoffe du hast sie gesehen und sie haben dir den Weg in den Himmel etwas erleichtert. Ich denke an euch und vor allem an dich.
Mit dir gehen so viele Zukunftspläne wieder verloren. Eine Zukunft die mir schlussendlich sehr gefallen hätte.

Du siehst mich wahrscheinlich ab und an noch (heimlich) weinen. Ja, so wie jetzt. Ich versuche in den Alltag wieder hinein zu finden. Deine Geschwister hier brauchen mich, meine Umgebung erwartet, dass ich dir nicht allzu lange hinterher hänge. Sie verstehen es nicht. Nimm es Ihnen nicht krumm.
Ich bin mir sicher, du hättest sie alle verzaubert. Hättest Ihnen wissen lassen, wie wundervoll du bist. Was ich als deine Mama schon längst wusste.
Darum tut es weh zu wissen, dass ich nie weiß welche Augenfarbe du hast, ob du ein Junge oder ein Mädchen bist, ob du ein Ruhepol gewesen wärst oder meinen kleinen, wilden Bienenhaufen angeführt hättest.

Ich vermisse dich, mein drittes Sternenkind!

Grüße deine Sternengeschwister – Ihr seid nicht vergessen. Niemals.